Samstag, 20. Oktober 2012

Oktober 2012 Schloss Bürresheim: Wo Indiana Jones seinen Dad befreite

Schloss "Brunwald"

Indiana Jones gerät je gerne vor Traumkulissen in Schwierigkeiten. Man denke nur an die Szenen in Petra/Jordanien, als er hinter dem Heiligen Gral her war. Doch um da hin zu kommen, musste er in “Indiana Jones und der letzte Kreuzzug” erstmal seinen Vater Prof. Jones Senior (Sean Connery) in einer tollkühnen Aktion aus den Klauen der Nazis befreien. Die braunen Finsterlinge hielten den Archäologen nämlich auf “Schloss Brunwald” im tiefsten Süddeutschland fest. Die türmchenbewehrte Burg, die im Kino zu sehen wahr, steht jedoch ganz wo anders: Die Außenaufnahmen wurden vor Schloss Bürresheim in der Eifel gedreht.

Ein Gebäude mit langer Geschichte: Grenzgebiete sind ja traditionell reich an Burgen – vor allem aber an Burgruinen. So ist das auch in der Eifel, wo Kurköln und Kurtrier aneinanderstießen – und das absolutistische Frankreich mit seiner Politik der verbrannten Erde nicht weit war. Ganze drei Eifel-Burgen überstanden das Mittelalter, die Feldzüge Ludwigs XIV. und die französischen Revolutionswirren ohne erobert, zerstört oder völlig unrealistisch restauriert zu werden. Und zwar: Burg Eltz, Burg Lissingen und eben jenes Schloss Bürresheim. So wie das Schloss bei Mayen könnten heute also viele Burgen aussehen, wenn die Geschichte nicht ganz so zerstörerisch verlaufen wäre: Massive Türme, gekrönt von Fachwerk und spitzen Dächern. Ein Traum für Burgen-Fotografen.

Dass sich Trier und Köln keine blutigen Schlachten um die Burg lieferten, hatte einen einfachen Grund: Beide Erzbischöfe waren jahrhundertelang Besitzer eines eigenständigen Teils der im 12. Jahrhundert erbauten Burg und hatten hier ihre Lehensnehmer sitzen. Solche Doppelburgen kamen durch Erbteilung im Mittelalter gelegentlich vor (z.B. Burg Thurant an der Mosel).

Noch heute gibt es einen Kölner Burg genannten Teil, der nur noch als Ruine existiert, und den erhaltenen Teil der sogenannten Trierer Burg. Zum dortigen, spätmittelalterlichen Wohnbau heißt es in der Wikipedia, dieser veranschauliche “sehr gut, wie einfach man um 1490 wohnte. In jedem Stock befindet sich ein einziger großer Saal mit Eichenholzpfeilern, Balkendecken und riesigen Kaminen. Erst in späteren Jahrhunderten teilte man gemütliche Zimmer ab.”
1659, nach jahrzehntelangen Streitigkeiten bis vors Reichskammergericht, wurde die Familie von Breidbach-Bürresheim alleinige Besitzerin der Anlage. Sie ließ die Burg zu einem barocken Wohnschloss umbauen. Deren Erben verkauften das Schloss 1938 an die Preußische Rheinprovinz.
Die fast 300 Jahre im Besitz der von Bürresheim und der Umstand, dass keine plündernden Franzosen oder Hessen durchzogen, führten dazu, dass die einzigartige Innenausstattung erhalten blieb. Sie umfasst Stücke aus der Spätgotik bis zum Historismus ein einmaliges Zeugnis rheinischer Adels- und Wohnkultur. Das Schloss kann besichtigt werden.
















































Samstag, 13. Oktober 2012

Area San Marco, Dorso Duro e Giudecca

Area San Marco, Dorso Duro e Giudecca




















































Kirche San Pantaleone Martire

San Pantalon

Die heutige Kirche, deren Gründung auf das 13. Jahrhundert zurückgeht, stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und ihre Fassade ist nie vollendet worden. Den einschiffigen Saalraum mit Seitenkapellen überspannt ein Gemälde von Antonio Fumiani (1680-1704); es handelt sich um das größte Deckenleinwandbild der Welt und zeigt in illusionistische Architektur eingebunden das Martyrium des Heiligen Pantaleone. Die Kapellen sind reich mit Skulpturen und Malereien aus dem venezianischen 18. Jahrhundert ausgestattet, aber die Prachtstücke der Kirche befinden sich in der Kapelle links vom Hochaltar: eine Marienkrönung von Antonio Vivarini und Giovanni d´Alemagna (1444), ein Triptychon aus dem 14. Jahrhundert aus dem Umkreis von Paolo Veneziano, und eine kleine Madonna aus Alabaster, ebenfalls aus dem 14.Jh. 








Ex-Chiesa di San Barnaba

Kirche San Barnaba

Die Kirche San Barnaba (Chiesa di San Barnaba) befindet sich im Stadtviertel (eigentlich Stadtsechstel) von Dorsoduro am Campo San Barnaba. Nördlich der Kirche fließt der Rio di San Barnaba vorbei, über den zwei Brücken in verschiedene Richtungen führen. Zum einen ist dies die Ponte San Barnaba, die vom Campo aus gesehen rechts in Richtung des Museums Ca'Rezzonico führt, wo es auch eine Vaporetti-Haltstelle des ACTV gibt (Linien 1 + 2). Die andere, westlich vom Platz liegende Brücke, führt von der Fondamenta Gerardini über den Rio San Barnaba zur Fondamenta Alberti und geradeaus weiter zum Rio Terra Canal, der in seinem nordwestlichen Bereich in den Campo Santa Margherita übergeht, einem der größten und attraktivsten Plätze der Stadt Venedig.

Die Kirche ist dem heiligen San Barnaba (Apostel Sankt Barnabas) geweiht. Das Gebäude der Kirche San Barnaba wurde im klassizistischen Stil errichtet. Die gewaltige, beeindruckende Fassade weist zum Campo San Barnaba. Vier mächtige korinthische Säulen tragen einen Architrav, auf dem ein Dreiecksgiebel ruht. Die Fassade ist aus istrischem Stein errichtet worden, wie bei vielen Kirchen in Venedig. Die anderen Seitenwände wurden in Ziegelbauweise errichtet und sind heute teilweise verputzt.

Eine alte Chronik besagt, dass die Errichtung der Kirche im Jahre 936 von einer Familie namens Adorni gestiftet wurde. Auf dem zu bebauenden Gelände soll es schon eine Vorgängerkirche gegeben haben. Es ist bis heute umstritten, wann die Kirche fertiggestellt bzw. eingeweiht wurde. In dieser Gegend gab es zahlreiche Brände, von denen auch die Kirche immer wieder betroffen war. Sie musste deshalb mehrfach erneuert und renoviert werden. Die Konsekrierung zog sich angeblich bis zum 6. Dezember 1350 hin. Die Kirchenweihe soll von einem Bischof namens Suda im Zusammenwirken mit dem Bischof von Castello, Nicolo Morosini vollzogen worden sein.






      



































 


Ponte dei Pugni

Brücke der Fäuste

Eine kleine Geschichte aus dem Alltag vergangener Zeiten erzählt die Ponte dei Pugni, die Brücke der Schläge. Auf ihr trafen sich die Bewohner der angrenzenden Ecken zu einem besonderen Spiel. Es galt die Gegner irgendwie von der Brücke in den Kanal zu bekommen. Wer zuletzt noch oben war, hatte gewonnen. Wegen der ausufernden Gewalt wurde das "Spiel" letztlich verboten. Auf der Brücke seht ihr Fussabdrücke, die an diese Aktivitäten erinnern. 













Malpaga Canal

Malpaga Canal


Dogana Santa Maria della Salute

Santa Maria della Salute

ist eine barocke Kirche in Venedig an der Einfahrt zum Canal Grande. Sie ist eine der beiden Votivkirchen Venedigs, die aus Anlass einer Pestepidemie in der Stadt erbaut wurden. Am 22. Oktober 1630 gelobte der Doge Nicolò Contarini der Madonna eine Kirche, mit der Bitte um Beendigung der Pest, die seit 1630 in der Stadt wütete und bei der die Stadt rund 46.000 Einwohner (ein Drittel ihrer Bevölkerung) verlor. Die Kirche sollte an exponierter Stelle am Bacino di San Marco gegenüber dem Dogenpalast errichtet werden. Aus dem ausgeschriebenen Wettbewerb ging der Venezianer Baldassare Longhena, ein Schüler Scamozzis, als Sieger hervor, obwohl der Senat zunächst lieber einen römischen Architekten engagiert hätte. Mit dem Bau der Kirche wurde eine grundlegende städtebauliche Neuordnung dieses Bereichs in Angriff genommen, die das Bild Venedigs, festgehalten in unzähligen Veduten vom 17. bis zum 19. Jahrhundert, bis heute prägen sollte. Die alte Bebauung mit Wohnhäusern und Kloster und Kirche San Trinità wurde abgerissen, um Platz für die Kirche, den Neubau der Zollstation und das Konventsgebäude der Somasker, die die Kirche zu betreuen hatten, zu schaffen. Diese Bauten sind wesentliche Komponenten eines einzigartigen städtebaulichen Ensembles um den Bacino. Sie sind Ergebnis einer sorgfältigen Planung durch den Senat und die venezianischen Baubehörden, die auf ein Jahrhunderte altes Wissen von Stadtbaukunst und urbanistischer Inszenierung zurückgreifen konnten. Longhena hat mit Unterbrechungen sein ganzes Leben lang an der Errichtung der Kirche gearbeitet, die erst 1687, fünf Jahre nach seinem Tod, geweiht wurde. 1921 erhielt die Kirche den Ehrentitel einer päpstlichen Basilica minor.





















Geschichte Venedig

Venedig
bzw. Venezia, venezianisch Venexia, ist eine Stadt an der Adria im Nordosten Italiens. Sie ist die Hauptstadt der Region Venetien und der Provinz Venedig. Sie trägt den Beinamen La Serenissima, der auf lat. Serenitas oder Serenissimus zurückgeht, ein Titel, der schon unter den Söhnen des römischen Kaisers Theodosius' des Großen erscheint, also auf das frühe 5. Jahrhundert zurückgeht. Eine deutschsprachige Nachbildung wäre dementsprechend Die Durchlauchtigste (von mhd. durchliuhtec = durchstrahlend, hell leuchtend; gemeint ist fürstlich, erhaben).

Bei der Volkszählung 2006 hatte die Stadt 268.934 Einwohner, davon wohnten 176.621 auf dem Festland, 61.611 im historischen Zentrum (centro storico) und weitere 30.702 innerhalb der Lagune. Am 31. Dezember 2010 zählte man 270.884 Einwohner. Das historische Zentrum erstreckt sich über etwa 118 Inseln und liegt ebenfalls in der Lagune, die zwischen den Mündungen des Po im Süden und des Piave im Norden liegt. Die Fläche der Stadt beträgt nach offiziellen Angaben genau 414,573211 km², davon sind 257,7256 km² Wasserfläche.

Rund ein Jahrtausend lang war die Stadt als Republik Venedig eine der bedeutendsten politischen und wirtschaftlichen Mächte und eine der größten europäischen Städte, bis ihre Selbstständigkeit 1797 endete. Ihr Adel, der politisch dominierte, stellte zeitweise den größten Zwischenhändler zwischen Westeuropa und dem östlichen Mittelmeer dar. Die Stadt profitierte vom Handel mit Luxuswaren, Gewürzen, Salz und Weizen, und entwickelte sich zugleich zum größten Finanzzentrum. Keine zweite Stadt Europas hat ihre ständische Ordnung so entschieden zur Arbeitsteilung genutzt wie Venedig. Der Adel besorgte die Politik und die gehobene Verwaltung sowie die Kriegs- und Flottenführung. Zudem dominierte er den Fernhandel. Die Cittadini, die bürgerlichen Kaufleute (circa 3 bis 4 % der Bevölkerung), sorgten für Geldmittel und Wertschöpfung durch Handel und Produktion von Luxuswaren, ohne Zugang zu den politischen Gremien. Die Populani, also die Mehrheit der Bevölkerung, stellte die Soldaten, Matrosen und leistete Handarbeit, durfte aber auch als Schiffsbesatzung in gewissem Rahmen auf eigene Rechnung Handel treiben. In der Epoche des Aufstiegs waren die Adelsfamilien aktiv an Wirtschaft und Verwaltung der Stadt beteiligt: Sie trieben Handel, leiteten Kontore, kommandierten Galeeren und Flotten und waren in den zahlreichen Gremien des Staatswesens in die - zeitlich begrenzten - Ämter eingebunden, deren Kosten sie selbst zu tragen hatten und die sie ohne spezielle Ausbildung ausfüllten.













Oktober 2012 Venedig: Auf der Spuren von Indiana Jones

- Dogana dellla Salute
- Malpaga Canal
- Ponte dei Pugni
- Die Barnaba Kirche
- San Pantaleone Martire Kirche
- Area San Marco
- Area Dorso Duro
- Area la Giudecca


Donnerstag, 19. Juli 2012

Tag 13: Tulum - Maya Ruinen und Traumstrand an Yucatáns Küste

Die Maya Stadt an der Karibik

Leichter Wellenschlag erobert sachte den feinsandigen Strand, um ihn gleich wieder freizugeben. Auf der Klippe hoch über der Karibikküste erhebt sich spektakulär die archäologische Anlage von Tulum. Die Maya hätten sich keinen schöneren Platz für ihre Stadt aussuchen können. Dank seiner unvergesslichen Lage und der Nähe zu Playa del Carmen und Cancún, erfreut sich Tulum heute bei den Mexiko-Reisenden grösster Beliebtheit.

Tulum war zur Blütezeit der Maya, von etwa 1200 bis zur Ankunft der Spanier, der grösste Ort auf der Handelsroute entlang der Küste. Eine 5 m dicke Befestigungsmauer umgibt den Kultbereich der Stätte. Die Wohngebäude der einfachen Leute lag ausserhalb. 


Zeremonialtempel El Castillo

Das höchst gelegene und imposanteste Gebäude ist El Castillo (Burg). Eine breite Aussentreppe führt zu einer Plattform mit einem Zeremonialtempel hoch, dessen Eingangssäulen durch Schlangen geschmückt sind. Die Spanischen Eroberer erzählten in ihren Chroniken, dass im Tempel Tag und Nacht eine Flamme brannte, wahrscheinlich diente die Struktur also auch als Leuchtturm zur Orientierung der Seefahrer. Wegen den grossen Besucherströmen und zum Schutze der archäologischen Stätte, kann weder El Castillo noch die anderen Bauten betreten werden.














Mittwoch, 18. Juli 2012

Tag 12: Maya Ruinen von Chichén Itzá

Geschichte von Chichén Itzá

Chichén Itzá ist vielleicht die faszinierendste Maya Ruine und eine der Hauptattraktionen auf einer Yucatán Rundreise. Im Jahre 2007 wurde Chichén Itzá zudem als eines der neuen 7 Weltwunder gewählt. Wie so oft bei den Mayas, ist die Geschichte dieser Stadt sehr widersprüchlich. Allgemein wird angenommen, das Gebiet sei im Jahre 500 von den ersten Mayas besiedelt worden. Im Jahre 987 wanderten die Tolteken unter der Führung des geheimnisvollen Quetzalcóatl (Kukulkán) aus dem zentralen Mexiko in das Gebiet der Maya. Unter dem Einfluss der Tolteken blühte die Region nochmals so richtig auf. Aus unerklärlichen Gründen wurde Chichén Itzá jedoch spätestens 1400 verlassen und im Jahre 1533 besetzten die Spanischen Konquistadores die Halbinsel Yucatán. 


Kukulkán Pyramide

Die Pyramide und Tempelbau El Castillo war Kukulkán geweiht, der Maya Version des Gottes Quetzalcóatl. Das beeindruckende Bauwerk ist das Herzstück der archäologischen Anlage von Chichén Itzá und ein wahres architektonisches Meisterwerk.

Aus jeder Himmelsrichtung führt je eine Treppe mit jeweils 91 Stufen empor. Zählt man die oberste Plattform der Pyramide dazu, ergibt das mit 365 genau die Anzahl Tage des Jahres, welche von den Astronomen der Maya schon genau berechnet werden konnte. 

Im Innern der Struktur befindet sich eine kleine Kammer, mit einer auf dem Rücken liegenden Chac Mool, einer menschlichen Skulptur, möglicherweise der Wächter der Heiligtümer. Dazu ein rot bemalter Jaguar mit stechenden Jade Augen, welcher wahrscheinlich als Thron der Hohepriester diente. 


Tag-und-Nacht-Gleiche - Phänomen der steinernen Schlange

Jeweils am 21. März und 21. September, bei der so genannten Tag-und-Nacht-Gleiche (Equinoccio), sind Tag und Nacht gleich lang und die Sonne geht genau im Osten auf und im Westen unter. Durch die Sonneneinstrahlung und die spezielle Schattenbildung, wird auf den Treppenstufen der Kukulkán Pyramide wie ein helles Band projiziert, welches sich zuunterst mit einem steinernen Schlangenkopf mit offenem Rachen vereint. Dies ergibt den Eindruck, als ob eine Schlange die Stufen der Pyramide herunter gleiten würde. Zehntausende von Besuchern reisen jeweils nach Chichén Itzá, um dieses Phänomen und mythische Energiequelle der Maya zu erleben. 


Templo de los Guerreros

Der "Templo de los Guerreros" ist ein Tempel zu Ehren der Krieger der Mayas und steht neben der Halle der 1000 Säulen, welche die Armee der Stadt darstellen sollen. Der Eingang wird durch zwei Schlangensäulen bewacht. 


Juego de Pelota - Sport bei den Maya

Das Tlachtli-Ballspiel hatte eine hohe rituelle Bedeutung als Mittelpunkt von Volksfesten. Das Hauptspielfeld des "Juego de Pelota" von Chichén Itzá ist eines der grössten seiner Art. Daneben gibt es noch ein Duzend weitere Spielfelder. Der Ballspielplatz wird durch Mauern abgegrenzt, welche gleichzeitig als Tribüne für die Zuschauer dienten. Es galt mit Hilfe von Ellbogen, Knien und Hüften einen bis zu 3 kg schweren Kautschuk Ball durch einen beidseitig vertikal angebrachten Steinring zu schiessen. Dabei wurden verhängnisvolle Wetten abgeschlossen, denn angeblich wurde je nach dem den Verlierern oder auch der Siegermannschaft die Ehre zu teil, für die Götter geopfert werden zu dürfen! 

Cenote Sagrado - das Schatzloch

Ein Cenote ist ein Kalksteinloch, das durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden und mit Wasser gefüllt ist. Der mächtige "Cenote Sagrado" (heiliger Brunnen) weist einen Durchmesser von 60 m auf. Der Wasserspiegel liegt rund 25 m tiefer. In diesem heiligen Cenote wurden früher lebendige Menschen den Maya-Götter geopfert, sowie wertvolle Gegenstände aus Gold, Silber und Edelsteinen hineingeworfen.










Dienstag, 17. Juli 2012

Tag 11: Merida und Nationalpark von Celestun

Mérida - die Hauptstadt von Yucatán

Schon die Maya unterhielten am Standort des heutigen Mérida eine Siedlung und Zeremonialzentrum mit Tempelpyramiden. Nach dem Eindringen der Spanier auf der Halbinsel Yucatán, wurden die Maya-Bauwerke zu einem Kloster und später zur Festung San Benito umgebaut. 


Mérida heute

Mérida, die weisse Stadt, ist die Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán. Die weissgetünchten Häuser und traditionell weiss gekleidete Einwohner verhalfen der Stadt zu diesem schmeichelhaften Beinamen. Trotz der Bevölkerungsgrösse von gegen einer Million, strahlt Mérida eine angenehme Ruhe aus und hat eine gewisse kleinstädtische Herzlichkeit beibehalten. 


Plaza Grande und das Zentrum

Ein kolonialer Charme beherrscht das Zentrum, mit der Plaza de la Independencia oder auch Plaza Grande genannt, als Mittelpunkt. Hier wimmelt es nur so von Leuten, welche gemächlich durch die Alleen der riesigen Lorbeerbäume spazieren, sich auf den Parkbänken zu eine Schwätzchen treffen oder in den einladenden Cafés einen Kaffee trinken. In einer täglichen Zeremonie wird die mexikanische Flagge stolz gehisst und abends wieder eingeholt.

Mit den Steinen eines ehemaligen Mayatempels erbauten die Spanier die hübsche, doppeltürmige Kathedrale Catedral de San Ildefonso. An der Westseite der Plaza Grande befindet sich der weisse Palacio Municipal (Rathaus) und nördlich dann der Palacio de Gobierno (Gouverneurspalast) mit seinen sehenswerten Wandgemälden im Innenhof. Ebenfalls seitlich angeordnet liegt die architektonisch bemerkenswerte Casa de Montejo, das Haus des Stadtgründers, welches jetzt eine Bankfiliale beherbergt. 


Kulturstadt Mérida

Rund um die Plaza de la Independencia findet jeweils sonntags das kulturelle Strassenfest "Mérida en Domingo" statt, mit musikalischen sowie weiteren künstlerischen Darbietungen. An Strassenständen wird feinstes mexikanisches Essen angeboten, mit den für Yucatán typischen Tamales (Maisteig mit Füllung, eingewickelt in Pflanzenblätter), Elotes (Maiskolben) und Churros (längliches, frittiertes Süssgebäck). Einen guten Ruf geniesst zudem der Karneval von Mérida, welcher im Februar die ganze Stadt in einen Ausnahmezustand katapultiert. 


Biosphärenreservat Celestún

Die Hauptattraktion dieser Region am Golf von Mexiko ist das Naturschutzgebiet "Reserva de la Biósfera Ría Celestún". Das Biosphärenreservat umfasst Flussmündungen, Lagunen und einen langgezogener Korridor umgeben von Mangrovenwäldern. Die immergrünen Pflanzen können sich trotz Salzwasser prächtig entwickeln, da die Blätter das überschüssige Salz wieder ausscheiden können. Die Büsche und Bäume sind durch eine stattliche Anzahl Wurzeln verankert und ineinander geflochten.

Das fragile Ökosystem ist Heimat für eine Vielfalt von Tierarten, insbesondere Wasservögel, deswegen wurde ein besonderes Augenmerk auf die Erhaltung dieses Lebensraumes gelegt. In der sumpfigen Lagunen- und Mangrovenlandschaft wimmelt es von Kormoranen, Pelikanen, Fregattvögel, Reiher. Dazu die Stars unter der Vogelschaar: die Flamingos. 


Bootstour

Das Biosphärenreservat von Celestún erlebt man am besten auf einer etwa zweistündigen Bootstour. Gleich bei der Brücke, auf der Seite der Ortschaft, befindet sich die Anlegestelle der Boote. Die Rundfahrt mit unserem Kapitän José ging zuerst gemütlich dem Ufer entlang, um die verschiedensten Wasservögel beobachten zu können. Dann holte der Kapitän das Maximum aus seinen Motoren heraus, um zur "Isla de Pájaros", der Vogelinsel zu gelangen. Obwohl wir still und leise die letzten Meter heran glitten, raschelte es plötzlich und Dutzende von Pelikanen erhoben sich gegen den Himmel. Dann fuhren wir weiter die Flussmündung hoch. Von weitem erkannten wir eine Art rosaroten Teppich auf dem Wasser, was sich natürlich als Flamingo-Kolonie herausstellte. Diese waren weniger heikel und liessen uns in nächster Nähe in unserem Boot schaukeln und fotografieren, während sie ihre Nahrungssuche fortsetzen. 


Rosarote Flamingos

Die beste Reisezeit um Flamingos zu sehen, ist von März bis September, mit Tausenden der rosaroten Tieren. Doch auch in den anderen Monaten können durchaus stattliche Flamingo-Kolonien beobachtet werden. Die tollpatschig und gebrechlich wirkenden Vögel stolzieren im seichten Wasser umher auf Nahrungssuche. Übrigens ist das Gefieder der Flamingos ursprünglich weiss. Erst durch die Einnahme von kleinen Krebsen, welche den Farbstoff Karotinoide enthalten, erhalten die Flamingos die typisch rosarote Färbung. 


Tierwelt Celestún

José erlaubte sich danach ein nicht ungefährliches Manöver. Er raste mit voller Geschwindigkeit auf das scheinbar undurchdringliche Mangrovendickicht zu, um dann in letzter Sekunde durch das Herumreissen des Steuerknüppels in eine Art Tunnel einzubiegen. Sofort wurden die Motoren wieder gedrosselt und wir glitten gemächlich durch eine Baumallee. Die Mangrovenbüsche formten ein heilloses Durcheinander von Wurzeln, Ästen und Wasser. Besonders die Reiher schienen sich hier sehr wohl zu fühlen. Der eint oder andere Schildkröte rettete sich von ihrem Sonnenplatz vor uns ins Wasser. Auf tiefliegenden Ästen verharrten drei junge Krokodile fast unsichtbar, welche wir nur dank Josés aufmerksamen Augen zu sehen bekamen. Wo wohl die Mutter Krokodil sich herumtrieb? Das Highlight war dann jedoch ein anderes Reptil: eine Boa sass zusammengerollt fast in Greifnähe auf einem Baumstamm. José war sichtlich stolz uns die stattliche Schlange präsentieren zu können, wir hätten jedoch trotz idealer Sicht fürs Fotografieren gerne etwas mehr Sicherheitsabstand genommen. 


Süsswasserquelle "Ojo de Agua"

Die letzte Station der Bootstour war die Süsswasserquelle "Ojo de Agua". Aus dem Untergrund blubberte tatsächlich frisches Quellwasser in eine kleine, glasklare Lagune. José meinte, dies sei ideal zum Baden. Doch nach der Begegnung mit der Boa und den Krokodilen liessen wir das bleiben.












Montag, 16. Juli 2012

Tag 10: Pratenstadt S. Francisco de Campech und Ruinenstadt von Uxmal


San Francisco de Campeche

Die Hauptstadt des Bundesstaates heißt San Francisco de Campeche. Während der Kolonialzeit hatte die Stadt erhebliche Probleme mit Piraten, denn sie war nach Veracruz der zweitwichtigste Hafen des Vizekönigreichs. Ein verheerender Angriff führte 1663 fast zur vollständigen Zerstörung der Stadt.Man entschloss sich dann, die Stadt mithilfe enormer Befestigungsanlagen zu schützen (Bauzeit 1688 - 1704). Von der Stadtmauer steht nur noch ein kleines Stück, von den vier Toren gibt es noch zwei, und von den ehemals acht Bollwerken existieren immerhin noch sieben. Sie gehören zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Campeche.Innerhalb dieser Befestigungen liegt die Altstadt. Sie hat einen sechseckigen Grundriss und ist komplett im kolonialen Stil erhalten. Die pastellfarben gestrichenen Häuser sind überwiegend ein- bis zweigeschossig, die Fassaden sind mit Stuck geschmückt, die Straßen sind stilecht gepflastert. Alles ist perfekt restauriert. Die UNESCO hat die Altstadt 1999 zum Weltkulturerbe erklärte. 


Stadtmauern und Bollwerke

Das nordwestliche der sieben Bollwerke heißt Baluarte de San Carlos. Es wurde auch als Gefängnis genutzt. Es beherbergt heute das Museo de las Ciudad mit Objekten aus der Kolonialzeit.Das nächste Bollwerk (im Gegenuhrzeigersinn) ist die Baluarte de Santa Rosa. Darin befindet sich die Pinacoteca Campechana mit Bildern lokaler Künstler.Das südwestliche Bollwerk heißt Baluarte de San Juan. Hier steht noch ein Stück Stadtmauer bis zur Puerta de Tierra. Es bildet den Zugang zu den meerabgewandten Stadtteilen. Im südöstlichen Bollwerk Bauarte de San Pedro ist ein Museum für Artesanía untergebracht, es gibt einen Überblick über kunsthandwerkliche Tätigkeiten im Bundesstaat.In der Baluarte de Santiago in Nordosten befindet sich der kleine aber hübsche Jardín Botánico Xmuch Haltún mit Pflanzen, die in dem Bundesstaat wachsen.Das zentrale Bollwerk zur Meerseite heißt Baluarte de La Soledad mit dem Museo de la Arquitectura Maya. Das Museum erklärt die architektonischen Stilrichtungen der Maya, die in dem Bundesstaat vorkommen: Chenes, Puuc, Rio Bec und Peten Norte. Es zeigt eine große Menge Stelen und Türstürze.

Der Zócalo von Campeche heißt Parque de la Independencia. Die Kathedrale Nuestra Señora de la Concepción (Bauzeit 1650 - 1850) steht an der Ostseite. Es ist die älteste Kathedrale auf der Halbinsel, das Innere ist leider enttäuschend. An der Nordseite des Platzes steht der Palacio Municipal mit Portalen, an der Südseite ein ähnliches Gebäude mit Geschäften und Gastronomie. An der Westseite ist das Centro Cultural Casa Número 6 interessant. Das Gebäude im Mudejarbarock ist ein Museum und zeigt Möbel und Einrichtung des 18. Jahrhunderts.

Früher lag die Altstadt direkt am Meer, später wurde der Bereich der heutigen Uferstraße aufgeschüttet. Dort stehen heute viele Gebäude der Landesregierung, Behörden, Banken, Casinos, Einkaufszentren und Fastfoodrestaurants. Die Uferstraße ist breit und stark befahren.Do.–So. wird nach Einbruch der Dunkelheit bei der Puerta de la Tierra eine kleine Licht- und Tonschau präsentiert, die die Geschichte der Stadt behandelt.

























Sonntag, 15. Juli 2012

Tag 9: Wasserfälle Agua Azul und Maya Tempelstadt von Palenque


Naturwunder im Urwald von Chiapas

Die Cascadas Agua Azul, passend getauft aufgrund des klaren, blauen Wassers, sind wahrscheinlich die attraktivsten und schönsten Wasserfälle in Mexiko. Im Bundesstaat Chiapas stürzt der Rio Yax über breite Steindämme in grosszügige Becken. Skandalös schäumt das Wasser weiss auf, um dann wie gezähmt als ein zartes Flüsschen die charakteristische Türkisfärbung anzunehmen und im Felsbecken zu verweilen. Mittels Dutzender grösserer und kleinerer Wasserfälle verliert der Fluss allmählich an Höhe und dringt weiter ein in den üppigen Tropenwald von Chiapas.

Ein Pfad führt links der Wasserfälle aufwärts, über kleine Brücken und durch die wuchernde Vegetation dem Ufer entlang. Nach jeder Wegbiegung ergeben sich noch eindrücklichere Anblicke der türkisfarbenen Wasserbecken von Agua Azul. In einigen kann man herrlich schwimmen und baden, bei anderen Abschnitten herrschen eine starke Strömungen vor. Je weiter hoch man wandert, desto weniger Mitschwimmer gibt es und man kann ein eigenes, privates Schwimmbecken für sich beanspruchen, für ein feucht-fröhliches Erlebnis im Urwald. Die Terrassen und Kaskaden erstrecken sich über 7 km, bis der Fluss in einer engen, unpassierbaren Schlucht verschwindet. 


Die Maya-Stadt im Dschungel von Chiapas

auf einem Hochplateau, am Fusse einer Hügelkette, umgeben von tropischem, immergrünem Regenwald, liegt Palenque, die erhabene Ruinenstadt der Maya-Kultur. Dutzende Gebäude, Pyramiden und Tempel verteilen sich auf der Lichtung und tief im Dschungel von Chiapas verborgen. Von allen Maya-Städten ist Palenque bestimmt eine der schönsten und faszinierendsten, ein glanzvolles Zeugnis der Maya-Kunst. Palenque existierte schon 300 vor Christus, erlebte seine Blütezeit jedoch erst zwischen 600 und 800 nach Christus, als religiöses und politisches Zentrum der ganzen Region.Die Architektur der Tempelstadt zeichnet sich durch ein Höchstmass an Perfektion aus, mit gewaltigen Gebäudestrukturen, welche im Verlauf der Jahrzehnte immer wieder erneuert und vergrössert wurden. Die Steinmetze der Mayas schufen meisterlich gestaltete Reliefs und hochstehend elaborierte Skulpturen 


Templo de las Inscripciones (Tempel der Inschriften)

Der Tempel der Inschriften erhebt sich majestätisch vor dem Regenwald und ist wohl das bekannteste Bauwerk von Palenque. Die Pyramide wurde gegen 690 vollendet und verdankt ihren Namen den eingeritzten Hieroglyphen. Erst bei der 1952 durchgeführten Ausgrabungen, stiess man im Innern des Tempels auf eine etwa 20 m lange Treppe, welche Zugang zur einer Krypta verschaffte. Der Sarkophag in der Grabenkammer wurde durch eine mehrere Tonnen schwere Kalksteinplatte bedeckt. Hier lag wahrscheinlich König Pakal, ein wichtiges Oberhaupt in der Geschichte von Palenque, bedeckt mit Jadeschmuck und anderen wertvollen Gegenständen, eine wahrlich prunkvolle Bestattung, sonst unüblich in der Maya-Kultur. Ein Nachbau der Krypta und die kostbaren Fundgegenstände sind im Nationalmuseum für Anthropologie in Mexiko-Stadt zu bewundern. 


El Palacio (Palast)

Architektonisch besonders interessant ist der Palast, mit seinen verschiedenen Elementen, welche das Ergebnis mehrerer Bauperioden sind. Dieses grösste Gebäude und eines der Wahrzeichen von Palenque beherbergte Wohnungen für die Adligen und Priester der Maya. Gänge mit hohen Gewölben, die zuweilen mit bizarr geformten Nischen ausgestaltet sind, verbinden die Räume und die verschiedenen Innenhöfe, welche als Lichtquellen dienten. Noch heute erkennt man künstlerisch ausgearbeitete Dekorationsmotive auf den tragenden Pfeilern. Ein für die Maya-Architektur unüblicher Steinturm scheint ein Observatorium und Spähturm gewesen zu sein. 


Der Templo de la Calavera

(Tempel des Totenkopfes) wird wegen den Relief-Skulpturen von Totenköpfen so genannt. Der Templo del Sol (Tempel der Sonne) enthält die am besten erhaltene Dachkonstruktion in Palenque. Steile Stufen führen auf den elegant anmutenden Templo de la Cruz (Tempel des Kreuzes), mit einem eindrücklichen Rundblick über archäologische Stätte.