Donnerstag, 19. Juli 2012

Tag 13: Tulum - Maya Ruinen und Traumstrand an Yucatáns Küste

Die Maya Stadt an der Karibik

Leichter Wellenschlag erobert sachte den feinsandigen Strand, um ihn gleich wieder freizugeben. Auf der Klippe hoch über der Karibikküste erhebt sich spektakulär die archäologische Anlage von Tulum. Die Maya hätten sich keinen schöneren Platz für ihre Stadt aussuchen können. Dank seiner unvergesslichen Lage und der Nähe zu Playa del Carmen und Cancún, erfreut sich Tulum heute bei den Mexiko-Reisenden grösster Beliebtheit.

Tulum war zur Blütezeit der Maya, von etwa 1200 bis zur Ankunft der Spanier, der grösste Ort auf der Handelsroute entlang der Küste. Eine 5 m dicke Befestigungsmauer umgibt den Kultbereich der Stätte. Die Wohngebäude der einfachen Leute lag ausserhalb. 


Zeremonialtempel El Castillo

Das höchst gelegene und imposanteste Gebäude ist El Castillo (Burg). Eine breite Aussentreppe führt zu einer Plattform mit einem Zeremonialtempel hoch, dessen Eingangssäulen durch Schlangen geschmückt sind. Die Spanischen Eroberer erzählten in ihren Chroniken, dass im Tempel Tag und Nacht eine Flamme brannte, wahrscheinlich diente die Struktur also auch als Leuchtturm zur Orientierung der Seefahrer. Wegen den grossen Besucherströmen und zum Schutze der archäologischen Stätte, kann weder El Castillo noch die anderen Bauten betreten werden.














Mittwoch, 18. Juli 2012

Tag 12: Maya Ruinen von Chichén Itzá

Geschichte von Chichén Itzá

Chichén Itzá ist vielleicht die faszinierendste Maya Ruine und eine der Hauptattraktionen auf einer Yucatán Rundreise. Im Jahre 2007 wurde Chichén Itzá zudem als eines der neuen 7 Weltwunder gewählt. Wie so oft bei den Mayas, ist die Geschichte dieser Stadt sehr widersprüchlich. Allgemein wird angenommen, das Gebiet sei im Jahre 500 von den ersten Mayas besiedelt worden. Im Jahre 987 wanderten die Tolteken unter der Führung des geheimnisvollen Quetzalcóatl (Kukulkán) aus dem zentralen Mexiko in das Gebiet der Maya. Unter dem Einfluss der Tolteken blühte die Region nochmals so richtig auf. Aus unerklärlichen Gründen wurde Chichén Itzá jedoch spätestens 1400 verlassen und im Jahre 1533 besetzten die Spanischen Konquistadores die Halbinsel Yucatán. 


Kukulkán Pyramide

Die Pyramide und Tempelbau El Castillo war Kukulkán geweiht, der Maya Version des Gottes Quetzalcóatl. Das beeindruckende Bauwerk ist das Herzstück der archäologischen Anlage von Chichén Itzá und ein wahres architektonisches Meisterwerk.

Aus jeder Himmelsrichtung führt je eine Treppe mit jeweils 91 Stufen empor. Zählt man die oberste Plattform der Pyramide dazu, ergibt das mit 365 genau die Anzahl Tage des Jahres, welche von den Astronomen der Maya schon genau berechnet werden konnte. 

Im Innern der Struktur befindet sich eine kleine Kammer, mit einer auf dem Rücken liegenden Chac Mool, einer menschlichen Skulptur, möglicherweise der Wächter der Heiligtümer. Dazu ein rot bemalter Jaguar mit stechenden Jade Augen, welcher wahrscheinlich als Thron der Hohepriester diente. 


Tag-und-Nacht-Gleiche - Phänomen der steinernen Schlange

Jeweils am 21. März und 21. September, bei der so genannten Tag-und-Nacht-Gleiche (Equinoccio), sind Tag und Nacht gleich lang und die Sonne geht genau im Osten auf und im Westen unter. Durch die Sonneneinstrahlung und die spezielle Schattenbildung, wird auf den Treppenstufen der Kukulkán Pyramide wie ein helles Band projiziert, welches sich zuunterst mit einem steinernen Schlangenkopf mit offenem Rachen vereint. Dies ergibt den Eindruck, als ob eine Schlange die Stufen der Pyramide herunter gleiten würde. Zehntausende von Besuchern reisen jeweils nach Chichén Itzá, um dieses Phänomen und mythische Energiequelle der Maya zu erleben. 


Templo de los Guerreros

Der "Templo de los Guerreros" ist ein Tempel zu Ehren der Krieger der Mayas und steht neben der Halle der 1000 Säulen, welche die Armee der Stadt darstellen sollen. Der Eingang wird durch zwei Schlangensäulen bewacht. 


Juego de Pelota - Sport bei den Maya

Das Tlachtli-Ballspiel hatte eine hohe rituelle Bedeutung als Mittelpunkt von Volksfesten. Das Hauptspielfeld des "Juego de Pelota" von Chichén Itzá ist eines der grössten seiner Art. Daneben gibt es noch ein Duzend weitere Spielfelder. Der Ballspielplatz wird durch Mauern abgegrenzt, welche gleichzeitig als Tribüne für die Zuschauer dienten. Es galt mit Hilfe von Ellbogen, Knien und Hüften einen bis zu 3 kg schweren Kautschuk Ball durch einen beidseitig vertikal angebrachten Steinring zu schiessen. Dabei wurden verhängnisvolle Wetten abgeschlossen, denn angeblich wurde je nach dem den Verlierern oder auch der Siegermannschaft die Ehre zu teil, für die Götter geopfert werden zu dürfen! 

Cenote Sagrado - das Schatzloch

Ein Cenote ist ein Kalksteinloch, das durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden und mit Wasser gefüllt ist. Der mächtige "Cenote Sagrado" (heiliger Brunnen) weist einen Durchmesser von 60 m auf. Der Wasserspiegel liegt rund 25 m tiefer. In diesem heiligen Cenote wurden früher lebendige Menschen den Maya-Götter geopfert, sowie wertvolle Gegenstände aus Gold, Silber und Edelsteinen hineingeworfen.










Dienstag, 17. Juli 2012

Tag 11: Merida und Nationalpark von Celestun

Mérida - die Hauptstadt von Yucatán

Schon die Maya unterhielten am Standort des heutigen Mérida eine Siedlung und Zeremonialzentrum mit Tempelpyramiden. Nach dem Eindringen der Spanier auf der Halbinsel Yucatán, wurden die Maya-Bauwerke zu einem Kloster und später zur Festung San Benito umgebaut. 


Mérida heute

Mérida, die weisse Stadt, ist die Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán. Die weissgetünchten Häuser und traditionell weiss gekleidete Einwohner verhalfen der Stadt zu diesem schmeichelhaften Beinamen. Trotz der Bevölkerungsgrösse von gegen einer Million, strahlt Mérida eine angenehme Ruhe aus und hat eine gewisse kleinstädtische Herzlichkeit beibehalten. 


Plaza Grande und das Zentrum

Ein kolonialer Charme beherrscht das Zentrum, mit der Plaza de la Independencia oder auch Plaza Grande genannt, als Mittelpunkt. Hier wimmelt es nur so von Leuten, welche gemächlich durch die Alleen der riesigen Lorbeerbäume spazieren, sich auf den Parkbänken zu eine Schwätzchen treffen oder in den einladenden Cafés einen Kaffee trinken. In einer täglichen Zeremonie wird die mexikanische Flagge stolz gehisst und abends wieder eingeholt.

Mit den Steinen eines ehemaligen Mayatempels erbauten die Spanier die hübsche, doppeltürmige Kathedrale Catedral de San Ildefonso. An der Westseite der Plaza Grande befindet sich der weisse Palacio Municipal (Rathaus) und nördlich dann der Palacio de Gobierno (Gouverneurspalast) mit seinen sehenswerten Wandgemälden im Innenhof. Ebenfalls seitlich angeordnet liegt die architektonisch bemerkenswerte Casa de Montejo, das Haus des Stadtgründers, welches jetzt eine Bankfiliale beherbergt. 


Kulturstadt Mérida

Rund um die Plaza de la Independencia findet jeweils sonntags das kulturelle Strassenfest "Mérida en Domingo" statt, mit musikalischen sowie weiteren künstlerischen Darbietungen. An Strassenständen wird feinstes mexikanisches Essen angeboten, mit den für Yucatán typischen Tamales (Maisteig mit Füllung, eingewickelt in Pflanzenblätter), Elotes (Maiskolben) und Churros (längliches, frittiertes Süssgebäck). Einen guten Ruf geniesst zudem der Karneval von Mérida, welcher im Februar die ganze Stadt in einen Ausnahmezustand katapultiert. 


Biosphärenreservat Celestún

Die Hauptattraktion dieser Region am Golf von Mexiko ist das Naturschutzgebiet "Reserva de la Biósfera Ría Celestún". Das Biosphärenreservat umfasst Flussmündungen, Lagunen und einen langgezogener Korridor umgeben von Mangrovenwäldern. Die immergrünen Pflanzen können sich trotz Salzwasser prächtig entwickeln, da die Blätter das überschüssige Salz wieder ausscheiden können. Die Büsche und Bäume sind durch eine stattliche Anzahl Wurzeln verankert und ineinander geflochten.

Das fragile Ökosystem ist Heimat für eine Vielfalt von Tierarten, insbesondere Wasservögel, deswegen wurde ein besonderes Augenmerk auf die Erhaltung dieses Lebensraumes gelegt. In der sumpfigen Lagunen- und Mangrovenlandschaft wimmelt es von Kormoranen, Pelikanen, Fregattvögel, Reiher. Dazu die Stars unter der Vogelschaar: die Flamingos. 


Bootstour

Das Biosphärenreservat von Celestún erlebt man am besten auf einer etwa zweistündigen Bootstour. Gleich bei der Brücke, auf der Seite der Ortschaft, befindet sich die Anlegestelle der Boote. Die Rundfahrt mit unserem Kapitän José ging zuerst gemütlich dem Ufer entlang, um die verschiedensten Wasservögel beobachten zu können. Dann holte der Kapitän das Maximum aus seinen Motoren heraus, um zur "Isla de Pájaros", der Vogelinsel zu gelangen. Obwohl wir still und leise die letzten Meter heran glitten, raschelte es plötzlich und Dutzende von Pelikanen erhoben sich gegen den Himmel. Dann fuhren wir weiter die Flussmündung hoch. Von weitem erkannten wir eine Art rosaroten Teppich auf dem Wasser, was sich natürlich als Flamingo-Kolonie herausstellte. Diese waren weniger heikel und liessen uns in nächster Nähe in unserem Boot schaukeln und fotografieren, während sie ihre Nahrungssuche fortsetzen. 


Rosarote Flamingos

Die beste Reisezeit um Flamingos zu sehen, ist von März bis September, mit Tausenden der rosaroten Tieren. Doch auch in den anderen Monaten können durchaus stattliche Flamingo-Kolonien beobachtet werden. Die tollpatschig und gebrechlich wirkenden Vögel stolzieren im seichten Wasser umher auf Nahrungssuche. Übrigens ist das Gefieder der Flamingos ursprünglich weiss. Erst durch die Einnahme von kleinen Krebsen, welche den Farbstoff Karotinoide enthalten, erhalten die Flamingos die typisch rosarote Färbung. 


Tierwelt Celestún

José erlaubte sich danach ein nicht ungefährliches Manöver. Er raste mit voller Geschwindigkeit auf das scheinbar undurchdringliche Mangrovendickicht zu, um dann in letzter Sekunde durch das Herumreissen des Steuerknüppels in eine Art Tunnel einzubiegen. Sofort wurden die Motoren wieder gedrosselt und wir glitten gemächlich durch eine Baumallee. Die Mangrovenbüsche formten ein heilloses Durcheinander von Wurzeln, Ästen und Wasser. Besonders die Reiher schienen sich hier sehr wohl zu fühlen. Der eint oder andere Schildkröte rettete sich von ihrem Sonnenplatz vor uns ins Wasser. Auf tiefliegenden Ästen verharrten drei junge Krokodile fast unsichtbar, welche wir nur dank Josés aufmerksamen Augen zu sehen bekamen. Wo wohl die Mutter Krokodil sich herumtrieb? Das Highlight war dann jedoch ein anderes Reptil: eine Boa sass zusammengerollt fast in Greifnähe auf einem Baumstamm. José war sichtlich stolz uns die stattliche Schlange präsentieren zu können, wir hätten jedoch trotz idealer Sicht fürs Fotografieren gerne etwas mehr Sicherheitsabstand genommen. 


Süsswasserquelle "Ojo de Agua"

Die letzte Station der Bootstour war die Süsswasserquelle "Ojo de Agua". Aus dem Untergrund blubberte tatsächlich frisches Quellwasser in eine kleine, glasklare Lagune. José meinte, dies sei ideal zum Baden. Doch nach der Begegnung mit der Boa und den Krokodilen liessen wir das bleiben.












Montag, 16. Juli 2012

Tag 10: Pratenstadt S. Francisco de Campech und Ruinenstadt von Uxmal


San Francisco de Campeche

Die Hauptstadt des Bundesstaates heißt San Francisco de Campeche. Während der Kolonialzeit hatte die Stadt erhebliche Probleme mit Piraten, denn sie war nach Veracruz der zweitwichtigste Hafen des Vizekönigreichs. Ein verheerender Angriff führte 1663 fast zur vollständigen Zerstörung der Stadt.Man entschloss sich dann, die Stadt mithilfe enormer Befestigungsanlagen zu schützen (Bauzeit 1688 - 1704). Von der Stadtmauer steht nur noch ein kleines Stück, von den vier Toren gibt es noch zwei, und von den ehemals acht Bollwerken existieren immerhin noch sieben. Sie gehören zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Campeche.Innerhalb dieser Befestigungen liegt die Altstadt. Sie hat einen sechseckigen Grundriss und ist komplett im kolonialen Stil erhalten. Die pastellfarben gestrichenen Häuser sind überwiegend ein- bis zweigeschossig, die Fassaden sind mit Stuck geschmückt, die Straßen sind stilecht gepflastert. Alles ist perfekt restauriert. Die UNESCO hat die Altstadt 1999 zum Weltkulturerbe erklärte. 


Stadtmauern und Bollwerke

Das nordwestliche der sieben Bollwerke heißt Baluarte de San Carlos. Es wurde auch als Gefängnis genutzt. Es beherbergt heute das Museo de las Ciudad mit Objekten aus der Kolonialzeit.Das nächste Bollwerk (im Gegenuhrzeigersinn) ist die Baluarte de Santa Rosa. Darin befindet sich die Pinacoteca Campechana mit Bildern lokaler Künstler.Das südwestliche Bollwerk heißt Baluarte de San Juan. Hier steht noch ein Stück Stadtmauer bis zur Puerta de Tierra. Es bildet den Zugang zu den meerabgewandten Stadtteilen. Im südöstlichen Bollwerk Bauarte de San Pedro ist ein Museum für Artesanía untergebracht, es gibt einen Überblick über kunsthandwerkliche Tätigkeiten im Bundesstaat.In der Baluarte de Santiago in Nordosten befindet sich der kleine aber hübsche Jardín Botánico Xmuch Haltún mit Pflanzen, die in dem Bundesstaat wachsen.Das zentrale Bollwerk zur Meerseite heißt Baluarte de La Soledad mit dem Museo de la Arquitectura Maya. Das Museum erklärt die architektonischen Stilrichtungen der Maya, die in dem Bundesstaat vorkommen: Chenes, Puuc, Rio Bec und Peten Norte. Es zeigt eine große Menge Stelen und Türstürze.

Der Zócalo von Campeche heißt Parque de la Independencia. Die Kathedrale Nuestra Señora de la Concepción (Bauzeit 1650 - 1850) steht an der Ostseite. Es ist die älteste Kathedrale auf der Halbinsel, das Innere ist leider enttäuschend. An der Nordseite des Platzes steht der Palacio Municipal mit Portalen, an der Südseite ein ähnliches Gebäude mit Geschäften und Gastronomie. An der Westseite ist das Centro Cultural Casa Número 6 interessant. Das Gebäude im Mudejarbarock ist ein Museum und zeigt Möbel und Einrichtung des 18. Jahrhunderts.

Früher lag die Altstadt direkt am Meer, später wurde der Bereich der heutigen Uferstraße aufgeschüttet. Dort stehen heute viele Gebäude der Landesregierung, Behörden, Banken, Casinos, Einkaufszentren und Fastfoodrestaurants. Die Uferstraße ist breit und stark befahren.Do.–So. wird nach Einbruch der Dunkelheit bei der Puerta de la Tierra eine kleine Licht- und Tonschau präsentiert, die die Geschichte der Stadt behandelt.

























Sonntag, 15. Juli 2012

Tag 9: Wasserfälle Agua Azul und Maya Tempelstadt von Palenque


Naturwunder im Urwald von Chiapas

Die Cascadas Agua Azul, passend getauft aufgrund des klaren, blauen Wassers, sind wahrscheinlich die attraktivsten und schönsten Wasserfälle in Mexiko. Im Bundesstaat Chiapas stürzt der Rio Yax über breite Steindämme in grosszügige Becken. Skandalös schäumt das Wasser weiss auf, um dann wie gezähmt als ein zartes Flüsschen die charakteristische Türkisfärbung anzunehmen und im Felsbecken zu verweilen. Mittels Dutzender grösserer und kleinerer Wasserfälle verliert der Fluss allmählich an Höhe und dringt weiter ein in den üppigen Tropenwald von Chiapas.

Ein Pfad führt links der Wasserfälle aufwärts, über kleine Brücken und durch die wuchernde Vegetation dem Ufer entlang. Nach jeder Wegbiegung ergeben sich noch eindrücklichere Anblicke der türkisfarbenen Wasserbecken von Agua Azul. In einigen kann man herrlich schwimmen und baden, bei anderen Abschnitten herrschen eine starke Strömungen vor. Je weiter hoch man wandert, desto weniger Mitschwimmer gibt es und man kann ein eigenes, privates Schwimmbecken für sich beanspruchen, für ein feucht-fröhliches Erlebnis im Urwald. Die Terrassen und Kaskaden erstrecken sich über 7 km, bis der Fluss in einer engen, unpassierbaren Schlucht verschwindet. 


Die Maya-Stadt im Dschungel von Chiapas

auf einem Hochplateau, am Fusse einer Hügelkette, umgeben von tropischem, immergrünem Regenwald, liegt Palenque, die erhabene Ruinenstadt der Maya-Kultur. Dutzende Gebäude, Pyramiden und Tempel verteilen sich auf der Lichtung und tief im Dschungel von Chiapas verborgen. Von allen Maya-Städten ist Palenque bestimmt eine der schönsten und faszinierendsten, ein glanzvolles Zeugnis der Maya-Kunst. Palenque existierte schon 300 vor Christus, erlebte seine Blütezeit jedoch erst zwischen 600 und 800 nach Christus, als religiöses und politisches Zentrum der ganzen Region.Die Architektur der Tempelstadt zeichnet sich durch ein Höchstmass an Perfektion aus, mit gewaltigen Gebäudestrukturen, welche im Verlauf der Jahrzehnte immer wieder erneuert und vergrössert wurden. Die Steinmetze der Mayas schufen meisterlich gestaltete Reliefs und hochstehend elaborierte Skulpturen 


Templo de las Inscripciones (Tempel der Inschriften)

Der Tempel der Inschriften erhebt sich majestätisch vor dem Regenwald und ist wohl das bekannteste Bauwerk von Palenque. Die Pyramide wurde gegen 690 vollendet und verdankt ihren Namen den eingeritzten Hieroglyphen. Erst bei der 1952 durchgeführten Ausgrabungen, stiess man im Innern des Tempels auf eine etwa 20 m lange Treppe, welche Zugang zur einer Krypta verschaffte. Der Sarkophag in der Grabenkammer wurde durch eine mehrere Tonnen schwere Kalksteinplatte bedeckt. Hier lag wahrscheinlich König Pakal, ein wichtiges Oberhaupt in der Geschichte von Palenque, bedeckt mit Jadeschmuck und anderen wertvollen Gegenständen, eine wahrlich prunkvolle Bestattung, sonst unüblich in der Maya-Kultur. Ein Nachbau der Krypta und die kostbaren Fundgegenstände sind im Nationalmuseum für Anthropologie in Mexiko-Stadt zu bewundern. 


El Palacio (Palast)

Architektonisch besonders interessant ist der Palast, mit seinen verschiedenen Elementen, welche das Ergebnis mehrerer Bauperioden sind. Dieses grösste Gebäude und eines der Wahrzeichen von Palenque beherbergte Wohnungen für die Adligen und Priester der Maya. Gänge mit hohen Gewölben, die zuweilen mit bizarr geformten Nischen ausgestaltet sind, verbinden die Räume und die verschiedenen Innenhöfe, welche als Lichtquellen dienten. Noch heute erkennt man künstlerisch ausgearbeitete Dekorationsmotive auf den tragenden Pfeilern. Ein für die Maya-Architektur unüblicher Steinturm scheint ein Observatorium und Spähturm gewesen zu sein. 


Der Templo de la Calavera

(Tempel des Totenkopfes) wird wegen den Relief-Skulpturen von Totenköpfen so genannt. Der Templo del Sol (Tempel der Sonne) enthält die am besten erhaltene Dachkonstruktion in Palenque. Steile Stufen führen auf den elegant anmutenden Templo de la Cruz (Tempel des Kreuzes), mit einem eindrücklichen Rundblick über archäologische Stätte.


















Samstag, 14. Juli 2012

Tag 8:San Cristóbal de las Casas

Kolonialstadt im Hochland von Chiapas

Hoch im Nebelwald von Chiapas, auf fast 2'000 m über Meer, eingebettet in eine sanfte Hügellandschaft, liegt die alte Kolonialstadt San Cristóbal de las Casas. Seit etwa 500 Jahre verfolgt es sein eigenes Schicksal, isoliert von der Welt wie auf einem anderen Planeten. Einerseits sieht man weiss getünchte Gebäude mit den vorstehenden, roten Ziegeldächern, andererseits die farbenfroh renovierten Fassaden der Kolonialhäuser und mit Blumen geschmückte Innenhöfe. Schmale, gepflasterten Strassen durchkreuzen die Stadt. Durch die Jahrhunderte hat San Cristóbal sein unverwechselbares koloniales Ambiente beibehalten und ist trotz seiner relativen Grösse mit gegen 250'000 Bewohnern eine kleine verschlafene Stadt geblieben, mit einer äusserst reizvollen Atmosphäre.


Das indigene Mexiko

Es gibt in San Cristóbal wie drei parallele, co-existierende Städte. Einerseits die touristische Seite, der offensichtliche Charme der Stadt wirkt wie ein Magnet auf Reisende aus aller Welt. Dann die Monotonie des Alltags der Stadtbewohner und andererseits die verheerende Armut der indigenen Bewohner in den Aussenbezirken und den umliegenden Gemeinden.

Das indigene Mexiko ist im Hochland von Chiapas besonders tief verwurzelt, eine Mischung von kolonialer Vergangenheit und indigener Gegenwart. San Cristóbal de las Casas ist mehr als nur ein Ort und seine angepriesenen Sehenswürdigkeiten. Vor allem sind es die Leute, welche das Stadtbild prägen. Die indianischen Frauen, die in den Strassen barfuss gehen und an den Strassenecken handgefertigte Puppen und geröstete Erdnüsse feilbieten. Die alten Männer mit weissen Hosen, Guayabera (Leinenhemd) und Gummi-Reifen Sandalen bekleidet, die in gebückter Haltung enorme Lasten auf den arg gebeutelten Rücken schleppen. Die Maya-Kinder, die bettelnd die Touristen belagern und versuchen Kaugummis gegen eine freiwillige Spende zu verschenken oder auf dem Bürgersteig auf einem Tuch Packungen von Bohnen oder Früchten verkaufen, um das Einkommen ihrer Familien aufzubessern.


Subcomandante Marcos und die Zapatisten des EZLN

San Cristóbal de las Casas rückte 1994 plötzlich ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit, als der legendäre Subcomandante Marcos und seine indianische Befreiungsarmee der Zapatisten (EZLN, Ejército Zapatista de Liberación Nacional) kurzzeitig die Stadt besetzte. Sie wollten damit ein Zeichen setzen gegen die Armut und Unterdrückung der indigenen Bevölkerung durch die Grossgrundbesitzer und die politischen Profiteure der regierenden PRI Partei. Obwohl die soziale Ungleichheit der Region national und international bekannt gemacht wurde, ist Chiapas immer noch der ärmste Bundesstaat in Mexiko.











Freitag, 13. Juli 2012

Tag 7: Sumidero Canyon und Totenkult Stadt San Juàn Chamula

Spektakulärer Felsspalt

Die über 1000 m tiefe und 25 km lange Sumidero Schlucht ist ein beliebtes Reiseziel und eine der Hauptattraktionen im Bundesstaat Chiapas. Das Naturwunder, welches der mächtige Rio Grijalva in den Fels gegraben hat, war nicht umsonst in der Auswahl der neuen 7 Weltwunder der Natur, hat dann aber den Finaleinzug verpasst. Die Schlucht ist als Nationalpark Cañón del Sumidero geschützt.


Erkundungstour mit dem Boot

Kleine Schnellboote preschen auf dem Wasserweg zwischen den mächtigen, von grüner Vegetation überwucherten Felswänden durch die Schlucht. Unterwegs sieht man einige Wasserfälle, darunter den "Arbol de Navidad", dessen Felsformationen an einen Weihnachtsbaum erinnern. Die Tierwelt ist durch die zahlreichen wild umherfliegenden Vögeln vertreten. Mit etwas Glück kann man sogar Krokodile beobachten. Je nach Bootsmann navigiert er die Besucher noch durch eine kleine Wasserhöhle. Die Tour endet kurz vor dem Chicoasén Staudamm, eine der weltweit höchsten Talsperren mit einem der wichtigsten Wasserkraftwerke in Mexiko. Von hier fährt man wieder zurück und geniesst die eindrücklichen Dimensionen des Sumidero Canyon.


San Juàn Chamula

San Juan Chamula ist ein Tzotzildorf in der Nähe von San Cristobal de las Casas. Sonntags wird vor der Dorfkirche ein ziemlich bunter Markt abgehalten. Angeboten werden neben Lebensmitteln auch traditionelle Textilien, Korbwaren und Souvenirs.Die Religion in Chamula ist eine eigene Vermischung aus Mayareligionen und dem Christentum. Das ist in dieser Weltgegend eigentlich nichts besonderes, in Chamula allerdings ist die alte Religion weit ausgeprägter vorhanden als an anderen Orten. In der Glaubenswelt der Chamulaner ist Johannes der Täufer der wichtigste Heilige, noch wichtiger als Jesus. Schließlich hat er Jesus getauft. Taufe ist auch das einzige christliche Sakrament, das die Leute aus Chamula anerkennen. Johannes hat aber einst auch das Hochtal, in dem Chamula liegt, trockengelegt und damit die Besiedelung erst ermöglicht.

Die kleine Dorfkirche San Juan Bautista wurde schon 1524 erbaut und ist natürlich dem Täufer gewidmet. Sie fällt von außen nicht weiter auf. Wenn man sie betritt, findet man sich aber in einer sehr fremden Welt wieder. An den Wänden hängen Glaskästen mit Heiligen. Es gibt aber keine Sitzbänke, keine Orgel und auch keinen Pfarrer. Die Leute hocken auf dem Boden, alles ist mit Piniennadeln ausgelegt. Viele tausend Kerzen brennen. Schamanen murmeln Gebete, dicke Schwaden von Weihrauch und Kopal hängen in der Luft, manchmal wird auch ein Huhn geopfert. Um den Kontakt zu den Heiligen herzustellen wird Cola getrunken. Es hat den Zweck, dass man Rülpsen muss und damit entweichen böse Geister aus dem Körper.

In der Kirche herrscht striktes Fotografierverbot, weil Kameras dem Ort die Heiligkeit nehmen. Auch die individuelle Energie eines Menschen kann durch Fotografieren geschwächt werden, weshalb man keinesfalls Personen fotografieren darf. Viele sind sicher auch einfach genervt, jeden Tag von Horden von Touristen abgelichtet zu werden.

Das Verbot ist unbedingt zu respektieren. Bei Zuwiderhandlung wird hart durchgegriffen. Lokale Ordnungshüter entnehmen die Filmrolle oder die Speicherkarte, manchmal zerstören sie sogar die Kamera. In besonders krassen Fällen soll es schon vorgekommen sein, dass ein Tourist die Nacht im Dorfknast verbracht hat.

Eine Polizei gibt es nicht. Es wird sowohl vom Bund, als auch von der Landesregierung akzeptiert, dass in Chamula eigene Gesetze gelten. Die Autoritäten werden gewählt (nur Männer dürfen wählen) und vom Staat bezahlt. Das System ist recht erfolgreich. Kriminalität gibt es kaum. Die EZLN konnte hier nicht Fuß fassen. Die Autoritäten vereinen religiöse und weltliche Macht, besonders erbarmungslos sind sie gegenüber Konvertiten. Wer sich einer der seit Jahren in Mexiko so erfolgreichen Sekten anschließt, muss das Dorf verlassen.

Die Kirche San Sebastian steht in Ruinen. Sie liegt etwa 400 m südwestlich des Zentrums. Sie ist einst abgebrannt, nachdem sie von einem Blitz getroffen wurde. Das Betreten der Ruine soll Unglück bringen, weil böse Geister in ihr hausen. Bei der Ruine ist auch der Friedhof. Die Kreuze sind keine christlichen Symbole. Sie waren in der Mayakultur schon lange vor der Kolonialisierung verankert und stellen den Weltenbaum der Maya (Wacah Chan) dar.














Donnerstag, 12. Juli 2012

Tag 6: Baum von Tule und Ruinenstadt von Mitla

Santa María del Tule

In Santa María del Tule, 10 km östlich von Oaxaca, steht Mexikos berühmtester und schönster Baum, der Arbol del Tule. Es ist eine riesige Mexikanische Sumpfzypresse (Taxodium mucronatum) . Die Mexikaner nennen die Baumart Ahuehuete oder Sabino.Der Baum soll mindestens 2000 Jahre alt sein. Mit seiner Höhe von 42 m kann er bei weitem nicht gegen die höchsten Bäume der Welt ankommen, die in Kalifornien stehen und über 110 m hoch sind. Auch sein Gewicht von 636 Tonnen wird von ein paar kalifornischen Bäumen noch recht deutlich geschlagen. Immerhin handelt es sich aber mit einem Umfang von 58 m um den dicksten Baum der Welt und er gehört auf jeden Fall zu den größten Lebewesen der Erde.DNA-Analysen haben eindeutig gezeigt, dass es sich um einen einzigen Baum handelt, und nicht etwa um ein ganzes Bündel. Die Sabinos neigen ab einem Alter von etwa 500 Jahren dazu, einen bizarren Stamm zu bilden. Santa María del Tule ist ein kleines Städtchen, der Baum steht im Zentrum im Garten der Kirche. Es wird ein kleines Eintrittsgeld von 7.00 Peso verlangt. Kinder bieten an, den Baum zu erklären und sie zeigen mit kleinen Taschenspiegeln, welche Figuren man in der Baumrinde erkennen kann, den Elefanten, den Löwenkopf und vieles mehr.Es gibt noch ein paar weitere, nicht ganz so spektakuläre Baumriesen in dem Städtchen. Die Souvenir- und Essensstände sind in zwei Märkten in der unmittelbaren Nachbarschaft untergebracht. Auch das sehr gut im Schuss gehaltene Kirchlein ist einen Blick wert.


Ruinenstadt von Mitla

Mitla ist nach Monte Albán die zweitwichtigste archäologische Stätte in Oaxaca. Sie liegt im Gebiet des heutigen Städtchens San Pablo Villa de Mitla, weniger als 1 km nordöstlich des Zentrums. Es handelt sich um eine zapotekische Wohn- und Zeremonialanlage, die später von den Mixteken übernommen wurde. Schon mindestens 500 v. Chr. wurde hier gesiedelt, das Zeremonialzentrum war bis zur Ankunft der Spanier in Betrieb. Die Gebäude, die man heute sieht, wurden danach als Wohn- oder Verwaltungsgebäude weitergenutzt. Die Kirche Templo de San Pablo Apóstol wurde auf den Fundamenten weiterer Bauwerke erstellt. Mitla ist nach Monte Albán die zweitwichtigste archäologische Stätte in Oaxaca. Sie liegt im Gebiet des heutigen Städtchens San Pablo Villa de Mitla, weniger als 1 km nordöstlich des Zentrums. Es handelt sich um eine zapotekische Wohn- und Zeremonialanlage, die später von den Mixteken übernommen wurde.
Schon mindestens 500 v. Chr. wurde hier gesiedelt, das Zeremonialzentrum war bis zur Ankunft der Spanier in Betrieb. Die Gebäude, die man heute sieht, wurden danach als Wohn- oder Verwaltungsgebäude weitergenutzt. Die Kirche Templo de San Pablo Apóstol wurde auf den Fundamenten weiterer Bauwerke
 








Mittwoch, 11. Juli 2012

Tag 5: Monte Alban


Monte Albán

(weisser Berg) war die bedeutendste Kultstätte des Volkes der Zapoteken, das religiöse und politische Herzstück der ganzen Region. Für den Bau der zahlreichen Paläste, Tempel und Pyramiden wurde eine ganze Bergkuppe abgetragen, um einen ebenen Platz mit den eindrücklichen Ausmassen von ca. 200 auf 300 m zu schaffen. Mit Ausnahme des als Observatoriums betitelten Gebäudes (obwohl es wahrscheinlich gar keines war), wurden alle Bauten von Monte Albán in einer Nord-Süd-Richtung konstruiert. Der weitläufige Zeremonialbereich wird von zahlreichen Pyramidentempeln flankiert, mit grandiosen Aussichten über die umliegenden Täler und bis in die Hauptstadt Oaxaca.












Dienstag, 10. Juli 2012

Tag 4: Puebla und Oaxaca

Hauptstadt Puebla

Ob Puebla de los Ángeles oder Heroica Puebla de Zaragoza oder geduzt einfach Puebla, die stolze Stadt ist neben Mexiko City, Guadalajara und Monterrey eines der grössten Siedlungsgebiete Mexikos. Sie ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates und befindet sich nur etwa 130 km östlich von Mexiko City. Mit den Vulkanen Popocatépetl, Iztaccíhuatl und La Malinche thronen gleich drei Giganten mit Höhen gegen 5000 m in unmittelbarer Nähe. Die Metropole selbst liegt in einem fruchtbaren Hochtal auf rund 2200 m.ü.M.Die Gründung geht auf das Jahr 1531 zurück, als erste Ortschaft in Mexiko wurde Puebla von den Spaniern schachbrettartig angelegt. Sie hat den Charakter einer Kolonialstadt bewahrt, mit einem prachtvollen Hauptplatz, mächtigen Gotteshäusern und historischen Herrenhäuser. Im Lauf der Zeit entwickelte sie sich obendrein zu einer bedeutenden Industriestadt, mit den riesigen Werken von Volkswagen, wo früher der legendäre VW-Käfer produziert wurde, als grössten Arbeitgeber. Weitere Firmen der Automobilbranche haben sich angesiedelt und machen Puebla zur Autostadt schlechthin, zum Detroit Mexikos.


Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt Puebla

Zu den Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt zählen die zweitgrösste Kathedrale Mexikos, die sich im erzbischöflichen Palast befindende Biblioteca Palafoxiana mit seiner Sammlung alter Bücher und Landkarten und das Museo Amparo mit seiner Ausstellung von präkolumbianischer und kolonialer Kunst. Und nicht vergessen die einmalige Mole Poblana zu köstigen, die inoffizielle oder offizielle mexikanische Nationalspeise.


Feiertag Cinco de Mayo

Ein wichtiger Feiertag nicht nur in Puebla, sondern in ganz Mexiko, ist der Cinco de Mayo, der 5. Mai, der Jahrestag der Schlacht von Puebla. An diesem historischen Tag im Jahre 1862 schlugen die Mexikaner die französischen Interventionstruppen zurück. Trotz der Ernennung zum Nationalfeiertag, gab es schon ein Jahr später nicht mehr viel zu feiern, die Franzosen eroberten Puebla letztendlich trotzdem.


Der Bundesstaat Oaxaca

Oaxaca bietet dem Reisenden einen attraktiven Mix an Sehenswürdigkeiten mit einer unwiderstehlichen landschaftlichen Vielfalt vom Hochgebirge bis zu den Stränden am Pazifik. Für einen Strandurlaub der gehobenen Klasse steht das Seebad Huatulco. Alternative Strände zum Schwimmen, Faulenzen und Surfen gibt es bei Puerto Escondido. Im Hochland stehen die historischen Städte von Monte Albán, Mitla und Yagul der indigenen Kultur der Mixteken und Zapoteken. Die fruchtbaren Täler sind voll archäologischer Zeugnisse und indianischer Gegenwart. Die Hauptstadt Oaxaca de Juárez schliesslich weist wertvolle kunsthistorische Schätze und eindrückliche Kolonialbauten auf.


Die Hauptstadt Oaxaca de Júarez 

Die bezaubernde Kolonialstadt Oaxaca de Júarez, welche für die gut erhaltenen Barrockkirchen, Bürgerhäuser und Paläste mit dem UNESCO Welterbe ausgezeichnet wurde, ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates und bestimmt ein Höhepunkten einer Reise durch Mexiko. Der Beinamen "Juárez" wurde vergeben in Ehren von Benito Juárez, des in der Nähe geborenen, ersten mexikanischen Präsidenten indianischer Abstammung. 











Montag, 9. Juli 2012

Tag 3: Ruinenstadt von Teotihuacán

Ort wo der Mensch zu Gott wird

In einem wüstenähnlichen Tal der zentralen Hochebene Mexikos, umgeben von weitläufigem Hügelland, entstand etwa 200 v. Chr. eine der imposantesten antiken Städte aller mesoamerikanischen Völker: Teotihuacán, der Ort wo der Mensch zu Gott wird, frei übersetzt aus der altertümlichen Sprache Náhuatl. In seiner Blütezeit zählte die Stadt bis zu 200'000 Menschen und das Kultzentrum mit seinen Pyramiden, Tempeln und Palästen dominierte die gesamte Region mehrere hundert Jahre lang. Teotihuacán ist aber nicht wie oft irrtümlich angenommen von den Azteken erstellt worden, diese stiessen erst viel später in die Gegend, vielmehr waren die Teotihuacános eine eigenständige Zivilisation.


Calzada de los Muertos 

Die 40 m breite, die ganze Anlage von Teotihuacán durchquerende Hauptachse, wurde von den Azteken als Calzada de los Muertos, Strasse der Toten, benannt, weil sie die Bauwerke für Königsgräber hielten. Die Totenstrasse wird von vielen kleineren Tempeln und möglicherweise von Wohnbauten der herrschenden Elite gesäumt. Am nördlichen Ende befindet sich der Quetzalpapalotl Palast und die Mondpyramide.


Sonnenpyramide und Mondpyramide

Das Prunkstück von Teotihuacán ist die 65 m hohe Sonnenpyramide. Eine steile, schweisstreibende Treppe führt auf die oberste Plattform, wo man erst richtig merkt, wie riesig die Struktur ist. Es sollen 10'000 Arbeiter während rund 10 Jahren an der Sonnenpyramide gearbeitet haben. Mit einer Grundfläche von 220 m auf 220 m ist sie die drittgrösste Pyramide der Welt, nach der Pyramide von Cholula im mexikanischen Bundesstaat Puebla und der ägyptischen Cheops Pyramide. Noch etwas weiter, am Ende der Strasse der Toten, liegt die etwas kleinere, aber dank dem attraktiven Stufenbau ästhetische ansprechendere Mondpyramide, welche eine fantastische Aussicht auf die ganze Anlage von Teotihuacán bietet.