Freitag, 5. Dezember 2014

Dezember 2014 Jordanien: Auf der Spur des heiligen Gral

Petra

Eine enge Schlucht, der so genannte Sik, windet sich 1200 Meter lang durch 100 Meter hohe Felswände. Diese scheinen immer mehr zusammenzurücken, so dass man fast schon festzustecken glaubt. Doch nach ein paar weiteren Windungen öffnet sich die Schlucht und gibt die Sicht frei auf eine rötliche Fassade von gut 40 Metern Höhe und fast 30 Metern Breite. Der Besucher steht vor dem Schatzhaus der antiken Stadt Petra, der wohl berühmtesten Sehenswürdigkeit Jordaniens.

In der Schlussszene des Films „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ wird der Sik von Petra zur geheimnisvollen „Schlucht des sichelförmigen Mondes“, und das Schatzhaus weist den Weg in die Welt des heiligen Grals – obwohl es sich in Wirklichkeit um eine nach hinten geschlossene Grabkammer handelt. Kein Wunder jedenfalls, dass sich örtliche Lokale und Souvenirläden den Namen „Indiana Jones“ zu Nutze machen. Dies geschieht aber keineswegs in aufdringlicher Manier, und überhaupt hält sich der Touristenrummel in Petra – wie auch sonst in Jordanien – in Grenzen. Das macht den Besuch umso angenehmer.

Zweifellos ist jeder, der einmal durch den Sik gelaufen oder geritten ist und plötzlich Al Chasneh, das rosarote Schatzhaus, sieht, genau so begeistert wie einst der Schweizer Abenteurer Jean Louis Burckhardt. Dieser hat die verloren geglaubte Hauptstadt der Nabatäer im Jahr 1812 wieder entdeckt. Der Sik ist der einzige direkte Zugang, alle anderen Wege führen über steile Felshänge oder durch engste Schluchten, die gute Kletterkünste erfordern. Allein diese Lage hat Petra lange Zeit vor Invasoren geschützt.

Der arabische Volksstamm der Nabatäer beherrschte vor rund 2000 Jahren das Gebiet des heutigen Jordaniens sowie Teile der Sinai-Halbinsel, Israels, Syriens und Saudi-Arabiens. Petra entwickelte sich im dritten Jahrhundert vor Christus aus einer Zeltstadt zur blühenden Metropole und blieb dies, bis das Königreich der Nabatäer von den Römern bedroht und im Jahre 106 nach Christus von Kaiser Trajan erobert wurde. Von da an war der Niedergang der Stadt besiegelt. Nach zwei schweren Erdbeben und der Eroberung durch die Araber im Jahre 663 zogen die letzten Bewohner davon.







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