Mittwoch, 9. Dezember 2015

Ein Abend im KKL Luzern in Begleitung von der 21st Century Orchestra und Dr. Jones


Das 21st Century Symphony Orchestra spielt und zeigt im KKL  Luzern  «Der Jäger des verlorenen Schatzes». Verpackt in ein tolles Gesamtpaket


Mit «Raiders of the Lost Ark» gelang Meisterregisseur Steven Spielberg 1981 ein witziger und spannender Abenteuerfilm, der sich in den Folgejahren zu einer der beliebtesten Film-Franchises entwickelte. Genauso legendär wie Indy selbst ist auch die fantastische Filmmusik von Maestro John Williams. Spielberg schrieb über die Musik: „Ohne John Williams‘ Filmmusik wäre Indiana Jones in einem vergessenen Tempel verloren gegangen oder den vielen Tücken der sengenden Wüste zum Opfer gefallen. Doch Jones hörte stets genau hin. Die scharfen Rhythmen signalisierten ihm, wann er sich sputen musste und die stechenden Streicher, wann er sich zu ducken hatte. Und anschwellende Romantik eröffnete ihm, wann er die Heldin küssen durfte oder sie aus der Not retten musste.“

Geschafft hat es auch einmal mehr das 21st Century Symphony Orchestra. Sie haben es geschafft, den Indiana-Jones-Film «Der Jäger des verlorenen Schatzes» zu einem neuen, ganzheitlichen Erlebnis zu verpacken. Live untermalen sie Jones’ rasante Jagd um die Welt von Nepal bis nach Afrika, und das alles genaustens getaktet. Das ist mindestens ebenso präzise Arbeit wie Kunst.
  
Sinnliche Dekoration 

Der Abend beginnt mit einem Welcome Drink in den «Symphony Studios», wo man verschiedenste Filmrequisiten bewundern kann. Das Dinner findet im Anschluss im Luzerner Saal saal statt, mit meterhohen Bücherwänden, Lichtprojektionen und reich gedeckten Tischen. Die Gäste werden in eine Fantasiewelt rund um den Hollywood-Blockbuster entführt. „Die Inszenierung des Luzerner Saals macht einen grossen Teil dieses einzigartigen Events aus. Sobald die Besucher eintreten, vergessen sie den Alltag und können unzählige Details entdecken.
  
Orientalisch Duftend 

Zusammen mit dem virtuosen 3-Gang-Menü bildet diese Umgebung den idealen Einstieg für einen unvergesslichen Konzertabend. Bei der Zusammenstellung des Dinners haben sich die Köche vom ersten Teil der Indiana Jones-Saga inspirieren lassen. Bei der Menügestaltung lehnten sich sich in erster Linie an die verschiedenen Drehorte im Film an. Nicht verwunderlich werden die einzelnen Kompositionen des Menüs mit einer orientalischen Note sowie einer Vielzahl an duftenden Gewürzen versehen. Beeindruckend auch hier: wie genau alles getaktet ist. Mittels Leuchten wird dem Servierpersonal angezeigt, welche Tische gerade bedient werden müssen. Sogar das Personal für den Schnaps zum Kaffee nach dem Essen hat sich in Indiana-Jones Klamotten geworfen. Alles muss stimmen und zur richtigen Zeit kommen: Verzögert sich etwas beim Essen, verzögert sich das Konzert und es verzögert sich allenfalls die Heimreise. Der Küchencrew gelingt wie dem Orchester eine Punktlandung. Zehn Minuten vor Konzertstart ist der Kaffee  ausgetrunken. Vor allem das leckere Angus-Stück beim Hauptgang bleibt in nachhaltiger Erinnerung. Und natürlich das wunderbare Ambiente, das einen den nasskalten, nebligen Dezember draussen fast ein wenig vergessen liess. Das ist ja vielleicht auch ein wenig das Geheimnis des 21st Century Symphony Orchestra. Es bietet nicht «einfach» Konzertabende, sondern Gesamtevents. Damit zieht es ein Publikum weit über Klassikkreise hinaus an und lockt auch Leute ins KKL, die sich sonst selten bis nie in den Nouvel-Bau verirren würden. 

Spürbare Magie

Gerade im zweiten Teil des Films ist die Magie spürbar, die ein Orchester auslösen kann. Mit teils wuchtigen Klängen unterstützen sie das Geschehen auf der  Leinwand eindrücklich. Manchmal  verschmelzen Film und Musik fast komplett, und man vergisst, dass man in einem Konzertsaal statt in einem Kino sitzt. Aber gerade weil das Orchester auch kleinere Akzente setzt und sich traut, in  ansprechender Lautstärke zu spielen, ist die Musik nicht nur Beigemüse, sondern mindestens so  Hauptgang wie vorher das Angus-Stück. Eindrücklich auch, wie man Dirigent Ludwig Wicki bei der Arbeit zuschauen kann. Er hat nicht nur die Noten auf dem Pult, sondern auch einen Bildschirm, der ihm exakt Einsätze und Tempi anzeigt. Und trotzdem: Bei aller harten Arbeit ist da auch jede Menge Leidenschaft spürbar.

Zurück im Winter 

Nachdem der letzte Applaus verklungen ist, wird man vom KKL wieder in den Dezember hinausgespuckt. Draussen laufen Leute Schlittschuh auf einem Eisfeld. Irgendwie gehört auch dieser starke Kontrast zum gelungenen Gesamterlebnis. Von der Wüste im Film zum Winter in Luzern. 

Fazit

Das 21st Century Symphony Orchestra «Raiders of the Lost Ark» als exklusive Live-Weltpremiere im KKL Luzern IST ein Muss für jeden Liebhaber des aufregenden Abenteuerkinos!









































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