Freitag, 31. Juli 2020

Schweizer Nationalfeiertag im Schloss Seeburg (Kreuzlingen)

1598 baute der Konstanzer Jakob Atzenholz-Zollikofer von Tattenwiler ein Schlösschen mit Namen Neuhorn, das später den Äbten des Kreuzlinger Augustinerstiftes als Sommerresidenz diente. Es brannte 1633 vollständig aus und wurde 1664 vom Abt Augustin I. Gimmi wiederhergestellt. Es war ein einfacher Baukubus mit einem Giebeldach und einer quadratischen Umfassungsmauer.

Seit 1833 beherbergte es das Thurgauer Lehrerseminar. Erster Direktor war der über die Landesgrenzen hinaus bekannte Pädagoge Johann Jacob Wehrli (1790–1855). Die Seeburg fiel 1848 nach der Klosteraufhebung an den Kanton Thurgau, der 1850 das Seminar in die Konventsgebäude des ehemaligen Stiftes verlegte und die Seeburg 1852 verkaufte.

Gottfried Ferdinand Amman, der spätere Besitzer, baute es 1870 im Stil des Historismus zum Schloss im heutigen Aussehen um. Die Pläne erarbeitete Ernst Jung (1841–1912), Architekt in Winterthur. Der Sohn Ammans, August, gestaltete die Parkanlage der Seeburg in den Jahren 1894 bis 1895.

Georg Gottfried Volkart-Ammann (1850–1928), der ein Schwager von Theodor Reinhart war, erwarb 1907 das Schloss von seinem Schwager August Ferdinand Ammann und trat als Teilhaber der Gebrüder Volkart AG zurück. Später vererbte er die Seeburg an seine drei Töchter.

Nachdem die Stimmbürger mit einem Zufallsmehr von achtundzwanzig Stimmen dem Kauf zugestimmt hatten, ging die Seeburg samt Park 1958 in den Besitz der Stadt Kreuzlingen über. Die Seeburg wurde 1982–1984 durch das Architekturbüro Ernst Oberhänsli umfassend renoviert, verantwortlich für die kantonale Denkmalpflege war Jürg Ganz. Bis zur Seeaufschüttung in den sechziger Jahren stand die Seeburg direkt am Ufer des Bodensees. Seit 1993 ist in Schloss Seeburg ein Restaurant integriert.































































Samstag, 18. Juli 2020

Ausflug am Vierwaldstättersee an board des Schaufelraddampfer Unterwalden

Die Unterwalden ist ein denkmalgeschützter Schaufelraddampfer auf dem Vierwaldstättersee in der Schweiz. Sie wird von der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) betrieben.

Die damalige Dampfschiffgesellschaft des Vierwaldstättersees (DGV) bestellte das Salon-Dampfschiff 1899 bei Escher Wyss in Zürich. Der Baubeschluss fiel zusammen mit jenem für den Raddampfer Uri, der jedoch bei Sulzer bestellt wurde. Die Dampfmaschine der Unterwalden wurde an der Weltausstellung Paris 1900 dem Publikum präsentiert. Am 12. November 1901 fand der Stapellauf statt und am 18. Mai 1902 wurde das Schiff dem Verkehr übergeben.

Um 1920 erhielt die Unterwalden ein geschlossenes Steuerhaus. Bei einer Hauptrevision 1942 wurde die zulässige Tragkraft von ursprünglich 850 auf 900 Personen erhöht und 1949 erfolgte ein Umbau von Kohle- auf SchwerölfeuerungEin grosser Umbau, der das Erscheinungsbild der Unterwalden stark veränderte, wurde 1961 vorgenommen. Ziel war es, wie bei der gleichzeitig umgebauten Uri, ein Unterfahren der neuen Acheregg-Brücke bei Stansstad zu ermöglichen, um in den Alpnachersee zu gelangen. Zusammen mit dem neuen, versenkbaren Steuerhaus, einem Teleskopkamin und Teleskopmasten wurde auf dem Oberdeck ein Schutzdach aus Aluminium errichtet.

In den 1960er und 1970er Jahren verfolgte die Schifffahrtsgesellschaft den Kurs, ihre Dampfschiffe nach und nach auszurangieren und durch Motorschiffe zu ersetzen. So sollte die Unterwalden Mitte der 1970er Jahre ebenfalls durch ein Motorschiff ersetzt werden; 1976 erfolgte der Stapellauf eines gleichnamigen Motorschiffs, der heutigen Europa. Dies führte in der Luzerner Bevölkerung zu einem «Aufschrei der Empörung», zu einer Volksbewegung für den Erhalt der Dampfschiffe und zu Aktionen des bereits einige Jahre zuvor gegründeten Vereins der Dampferfreunde. Der Raddampfer Unterwalden war seit 1977 stillgelegt, jedoch beschloss die SGV 1978 seine Erhaltung, nachdem 1977 nach einer Aktienkapitalerhöhung auch Vertreter der Dampferfreunde in den Verwaltungsrat gewählt worden waren. 1982 wurde die Sanierung des Schiffes beschlossen.Nach einer Totalerneuerung konnte die Unterwalden 1985 zu ihrer zweiten Jungfernfahrt starten. Das äussere Erscheinungsbild blieb dabei weiterhin vom Umbau von 1961 geprägt. Auf dem hinteren Oberdeck wurde ein Panoramarestaurant aufgebaut. 

Ende der 2000er Jahre drängte sich eine weitere Generalrevision auf, die 2008 begann und im Frühling 2011 abgeschlossen wurde. Mit Kosten von rund 10 Millionen Schweizer Franken stellt sie die bisher grösste Revision der Unterwalden dar. Das Schiff wurde nun äusserlich in den Zustand vor 1961 zurückversetzt, wobei ein Unterfahren der Achereggbrücke, die sogenannte «Alpnachgängigkeit», weiterhin möglich blieb, was besonders die Konstruktion von versenkbarem Kamin und Steuerhaus gemäss dem Erscheinungsbild der originalen, nicht versenkbaren Elemente erschwerte. Ein geplanter Umbau von Öl- auf Gasfeuerung erwies sich aufgrund der Gesetzeslage als nicht möglich. Die beiden alten Dampfkessel wurden durch einen einzelnen neuen Kessel ersetzt. Für den Elektrizitätsbedarf wurde ein Diesel-Generator statt des bisherigen Dampfturbinengenerators gewählt, dies erstmals auf einem Dampfschiff des Vierwaldstättersees. Am 7. Mai 2011 wurde die sanierte Unterwalden mit einer Dampferparade eingeweiht. 

Die Unterwalden bleibt nach dem Umbau von 2008/2011 der einzige SGV-Dampfer, der die Achereggbrücke unterfahren kann, da die Uri ihre «Alpnachgängigkeit» bei der Generalrevision von 1991 bis 1994 wieder verloren hat. Die Unterwalden ist nun für 700 Passagiere zugelassen. 

Wie auch die anderen vier aktiven Vierwaldstättersee-Dampfer UriSchillerGallia und Stadt Luzern wurde die Unterwalden als Kulturgut von nationaler Bedeutung (Kategorie A) eingestuft. Sie ist das erste Dampfschiff auf dem Vierwaldstättersee, das vom Kanton Luzern als gesamtes Schiff unter Denkmalschutz gestellt wurde (auf der Schiller steht der Salon 1. Klasse unter Schutz). Sie darf damit wie alle unter Denkmalschutz gestellten Objekte «ohne Bewilligung des Bildungs- und Kulturdepartements weder renoviert, verändert, beseitigt noch sonst wie in ihrer Wirkung beeinträchtigt werden»


























































Dienstag, 14. Juli 2020

Grillabend im Schloss Mainau

Die Mainau ist weithin bekannt für ihre Blumenpracht, 1,2 Millionen Menschen besuchen sie jährlich. Doch wie wurde die Insel zum „El Dorado“ für Liebhaber von Tulpen, Orchideen, Rosen, Dahlien und anderen Blumen?

Die heutige Gestalt der Mainau ist eng verbunden mit dem Wirken von Graf Lennart Bernadotte. Und am Anfang stand die Liebe. Graf Bernadotte heiratete 1932 die bürgerliche Karin Nisswandt und war so nach schwedischem Recht nicht mehr thronfolgeberechtigt. Noch im gleichen Jahr machte Lennart Berndadotte die Mainau (die sich im Besitz des schwedischen Königshauses befand) zu seinem neuen Zuhause und Betätigungsfeld.

Das Schloss, in das er und seine Familie einzogen war 1746 fertiggestellt worden, vom Deutschen Orden. 1827 erwarb der wohlhabende ungarische Fürst Nikolaus III. Esterházy die Insel und brachte einige seltene Pflanzen dorthin.1853 kaufte Großherzog Friedrich I. von Baden die Mainau. Von seinen Reisen brachte er viele Bäume auf die Insel mit und schuf die Grundlage für die heutige Parklandschaft. Als Graf Lennart Berndadotte 1932 auf die Mainau kam, war die Insel verwildert. Graf Bernadotte fing bald an, die Mainau neu zu gestalten und machte sie der Öffentlichkeit zugänglich.

Heute ist die Mainau als Blumeninsel im Bodensee eine weithin bekannte Touristenattraktion. Und das wird sie aller Voraussicht nach auch bleiben. 1974 brachten die Bernadottes die Insel in eine Stiftung ein, die u.a. zum Ziel hat, die heutige Mainau auch nachfolgenden Generationen zu erhalten, nämlich als historischen Park, Ausflugsziel und Kulturstätte. Es steht also nicht zu befürchten, dass ein superreicher Investor die Insel zu seiner neuen Sommerresidenz macht.





























Mittwoch, 8. Juli 2020

Insel und Gartenstadt Lindau

Gebäude mit jahrhundertealten Fassaden, Gassen voller Geschichten… Parks zum Verweilen, Villenstraßen zum Flanieren… Einsame Buchten mit beeindruckender Aussicht, kleine Plätze mit lebhafter Atmosphäre… All das und noch viel mehr können Sie in Lindau entdecken.

Die Insel am Ostufer des Bodensees ist etwa 70 Hektar groß und damit die zweitgrößte Insel im “Schwäbischen Meer”. Die Altstadt hat mit ihren verwinkelten Gassen und mittelalterlichen Gebäuden einen ganz besonderen Charme, den viele für mediterran halten. Der Bayerische Löwe und Deutschlands südlichster Leuchtturm empfangen seit dem 19. Jahrhundert Besucher im Hafen.

Doch Lindau ist nicht nur eine Inselstadt, sondern auch eine Gartenstadt. Selbst auf der Insel mit ihrem begrenzten Platzangebot und den kompakten, historischen Gebäuden gibt es Parks, wie den Stadtgarten und andere grüne Refugien, die zum Teil einen weiten Blick über den Bodensee bieten. Das Lindauer Festland bietet noch mehr und empfängt Sie mit ausgedehnten Uferbereichen und attraktiven, historischen Parkanlagen.

Der Name “Lindau” bedeutet übrigens “Insel, auf der Lindenbäume wachsen” und ist seit 882 urkundlich belegt. Die Stadtwappen und Siegel, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, zeigen eine Linde oder ein Lindenblatt und erinnern an die lange Geschichte von Lindau.